Oel als Oberflächenschutz

Welche Erfahrungen habt Ihr? Was kann man wie machen?

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Oel als Oberflächenschutz

Beitragvon AWS » 25.08.2006, 19:59

Hallo Traumkind,



mit dem Apfelbaumholz hast Du Dir ein sehr edles Holz ausgewählt. Es ist sehr hart (härter als Eibe) und hat später eine schöne Farbe.

Bei der Oberflächenbearbeitung würde ich Dir vorschlagen, mit einem Schleifpapier in der Körnung 120 alle Unebenheilen wegzuschleifen und mit einem 180er einen Zwischenschliff vorzunehmen um mit einem 240er den letzten Schliff durchzuführen. Mit dem nächst feineren Schleifpapier solltest Du die Schleifspuren des vorherigen Schleifens entfernen. Apfelbaumholz ist da auf Grund der Härte sehr nachtragend. Also lieber langsam und fein schleifen. Ganz wichtig, alle Schleifarbeiten erst nach dem Schnitzen beginnen, da die Schnitzmesser sonst schneller abstumpfen. Zur Veredlung der Holzoberfläche kannst Du auch verschiedene Öle verwenden. Soll die Oberfläche seidenmatt werden, kannst Du Leinenöl oder Olivenöl (Bertolli) benutzen, bei Hochglanz solltest Du Hartöl aus dem Fachhandel nehmen. In jedem Fall darf das Öl nur ganz dünn aufgetragen werden und mit einem weichen Tuch poliert werden.



Gruß



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Beitragvon Traumkind » 27.08.2006, 18:09

grüß dich, aws!



danke für deine ratschläge. jeder tip hilft mir weiter und freut mich. ich habe mir heute das holz besorgt. für den apfelbaum habe ich mich entschieden, da ich auch den Wiccanern angehöre. ich bin zwar auch dort noch ein "lehrling", aber genau deshalb kam für mich nur dieser baum in frage.



ich hatte heute die möglichkeit im garten meiner eltern mir den entsprechenden ast zu besorgen. da meine wohnliche situation schmuddelarbeiten nicht zuläßt, habe ich mir dort auch gleich die kleinen scheiben zurechtgesägt. ich hab jetzt material für zwei futharke zusammen und etliche scheiben für schusselfehler (und die werden sicher passieren).



mein vater meinte, dass es jetzt passieren kann, dass die scheiben beim trocknen risse bekommen. ich weiß, ich hätte den ast erst trocknen lassen sollen und dann die scheiben erst sägen dürfen. aber wie gesagt, meine wohnliche situation........

ein bißchen angst habe ich jetzt schon, dass meine scheiben unbrauchbar werden. hast du aws oder sonst einer der "gelehrten" vielleicht einen tip wie mein holz trocknen kann und dabei nix passiert? momentan liegen sie auf saugfähigem papier und werden dabei nicht der sonne ausgesetzt. ist das ok? wäre echt schade, wenn der muskelkater im arm umsonst wäre.



und dann noch ne frage: ich habe ein set mit scheiben die zirka 5 mm dick sind und ein set, da sind die scheiben zirka 2 mm dick. wielange müssen die jetzt trocknen? ach ja, und dann gleich noch ne frage: ich will die runen dann zum schluss ja auch laden mit den vier elementen. da gehört ja nun auch das wasser dazu. vielleicht denke ich jetzt grad um zuviele ecken, aber werden die runen dann nicht wieder naß? oder schützt das öl oder wachs das holz dann?



nun denn, wenn einer von euch lust hatte, die für mich elementaren fragen zu beantworten, schickt euch an. Ick würd ma freun.



bis die tage
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Beitragvon AWS » 27.08.2006, 21:02

Hallo Traumkind,



ich glaube, dass ich dich beruhigen kann. Im Frühjahr habe ich mir von einem Apfelbaum einige Äste abgeschnitten, um das Holz für Schnitzarbeiten vorzubereiten.

Von einem Ast schnitt ich mir Scheiben in verschiedenen Stärken ab, die anderen Äste legte ich zum Trocknen weg. Mit den Scheiben, die einen Durchmesser von 50 – 60 mm haben und ca. 6 – 15 mm stark sind, ist nichts passiert. Die langen Äste sind der Länge nach bis zur Markröhre aufgespalten.

Bei deinen dünnen Scheiben dürfte eigentlich auch nichts passieren. Bezogen auf die Materialdicke ist die Fläche der Astscheiben ja um ein vielfaches größer, so dass die Feuchtigkeit gut und schnell entweichen kann. Wenn es möglich ist, würde ich die Scheiben hinstellen, damit die Feuchtigkeit von beiden Seiten gleichmäßig entweichen kann. Du musst nur darauf achten, dass die Sonne das Holz nicht austrocknet.



Da du den Ast nun in Scheiben geschnitten hast, wird das Schnitzen bei dem harten Holz ins Hirnholz noch schwieriger. Eine ruhige Hand und super scharfe Schnitzmesser werden dabei schon vorausgesetzt. Bei solchen kleinen Arbeiten verwende ich immer kleine V-förmige Eisen, die die Länge eines Gravurmeißels haben (z.B. von Firma Pfeil oder Kirsch). Diese passen in eine Hand und können gut geführt werden. Mit leichtem Druck nimmt man den ersten Span aus dem Holz und schneidet die Kerbe in der Tiefe etwas nach, wenn es nicht genug war. Du solltest bei den ersten Arbeiten nicht versuchen die gesamte Tiefe auf einmal herauszuschneiden.

Die Arbeit wird um ein vielfaches leichter, wenn du den Ast längs aufschneidest, um dann Plättchen davon abzuschneiden. Im Längsholz kann man mit weniger Kraftaufwand schnitzen.



Eine Frage hätte ich da aber noch. Warum hast du einen Teil deiner Scheiben auf 2 mm Stärke geschnitten? Da hast du doch fast kein Material mehr zum Schnitzen.



Gruß



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Beitragvon Traumkind » 28.08.2006, 11:17

morschen aws!



na da bin ich aber beruhigt. hatte mir echt sorgen gemacht, was meine scheiben betrifft. danke für deine tipps.



du fragst, warum ich meine scheiben in so unterschiedliche scheibendicke gesägt habe? das hat sich beim sägen irgendwie so ergeben. meine erste intention war gewesen die runen einzubrennen, dafür begann ich mit 24 scheiben der dicke 5 mm. dann kam mir die idee für diverse leute namens-oder schutzrunen herzustellen unter anderem auch für mich. die wollte ich um den hals tragen. dafür sind mir 5 mm aber ehrlich gesagt zu dick. also schnitt ich ne dünnere scheibe ab. das gefiel mir dann so gut, dass ich beschloss zwei sets herzustellen. in das set mit den 2 mm scheiben will ich die runen jetzt nur einbrennen oder löten. in die scheiben, die 5 mm dick sind versuche ich mich dann mit dem schnitzen. 5 mm reichen dafür doch aus oder? sag jetzt bitte ja.



ich kann es gar nicht abwarten bis die arbeit losgehen kann. wenn das trocknen doch nur schneller gehen würde. als ich heute einen blick darauf warf, sah das holz recht gut aus. gestern wirkten die scheiben noch wie plätzchen oder so und heute haben sie schon leichte strukturen vom holz.



eine frage hätte ich dann doch noch: als ich gestern die scheiben schnitt, war das holz natürlich noch sehr naß. die rinde ließ sich deshalb sehr leicht abschälen. das habe ich dann auch getan. war das ok so?



ich finde, holz ist schon ein interessanter stoff, aber doch sehr unberechenbar. zumindest für meine begriffe. ma gucken, wie sich die arbeit daran entwickeln wird.



gruß zurück



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Beitragvon Rati » 28.08.2006, 11:43

Traumkind hat geschrieben:


ach ja, und dann gleich noch ne frage: ich will die runen dann zum schluss ja auch laden mit den vier elementen. da gehört ja nun auch das wasser dazu. vielleicht denke ich jetzt grad um zuviele ecken, aber werden die runen dann nicht wieder naß? oder schützt das öl oder wachs das holz dann?

bis die tage




weil sich AWS dazu noch nicht geäußert hat:



Der Öl / Wachsüberzug ist feuchtigkeistabweisend, schützt das Holz also davor wieder nass zu werden.
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Beitragvon AWS » 28.08.2006, 18:30

Hey Traumkind,



obwohl du die Scheiben erst vor einigen Tagen geschnitten hast, kannst du mit dem Einbrennen oder Schnitzen ruhig beginnen. Das Holz ist zwar noch feucht aber es trocknet jetzt ziemlich schnell.

Deine 5 mm Scheiben sind bestimmt zum Schnitzen geeignet. Für meinen Geschmack währen sie mir etwas zu dünn.

Für Verdandi habe ich eine Namensrune angefertigt, die ca. 12 mm stark ist, bei einer Länge von 60 mm und einer Breite von 36 mm. Kannst ja mal mit ihr schnacken. Vielleicht kann Verdandi ja mal ein Bild ihrer Namensrune in´s Forum setzten. Durch die Stärke, der Form und der Maserung wirkt das Amulett für sich und die Rune unterstreicht es noch ein wenig. Ist natürlich Geschmacksache. Aber alle die es gesehen haben, finden es wohl ausbaufähig aber ok.

Das du die Rinde abgenommen hast ist natürlich kein Problem, es trocknet nur schneller. Als Dekoration kann sie aber ohne weiteres dranbleiben.



Rati hätte Recht, wenn er sagen würde, dass ich eine Antwort schuldig geblieben bin.

Habe ich echt verpennt. Dafür muss ich da aber etwas richtig stellen. Öle und Wachse bieten keinen Schutz vor Wasser. Macht einfach mal einen Versuch: kippt etwas Öl oder werft etwas Wachs in´s Wasser und ihr werdet sehen, dass beides auf dem Wasser schwimmt. Das Bedeutet im Umkehrschluss, dass das Wasser die Öl- oder Wachsschicht unterwandert. Und das gibt ganz hässliche Flecken. Wenn eine ausreichend dicke Schicht auf das Holz aufgetragen wurde, dringt die Feuchtigkeit nicht sofort ein. Das Wasser sollte man aber nicht zu lange darauf stehen lassen und zügig wieder abtrocknen.

Trotz alle dem ist Öl als Oberflächenveredelung gut geeignet. Kaum ein anderes Mittel feuert die Maserung des Holzes so gut an wie Öl und lässt das Holz dabei atmen. Die Oberfläche wirkt dabei sehr natürlich und fast sich so sanft an.



Gruß



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Beitragvon Chorge » 29.08.2006, 06:01

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Beitragvon Rati » 29.08.2006, 06:49

AWS hat geschrieben:
Dafür muss ich da aber etwas richtig stellen. Öle und Wachse bieten keinen Schutz vor Wasser. Macht einfach mal einen Versuch: kippt etwas Öl oder werft etwas Wachs in´s Wasser und ihr werdet sehen, dass beides auf dem Wasser schwimmt. Das Bedeutet im Umkehrschluss, dass das Wasser die Öl- oder Wachsschicht unterwandert.

AWS




hmmmm..... Ich will ja nich meckern und wie gesagt, ich bin auch kein Handwerksmeister, aber ( :wink: ):



1. hinkt der Vergleich mit dem Öl oder Wassertropfen, da ja nicht nur einen Teil des Amulett sondern das gesamte Amulett damit bedeckt wird. Wichtig ist da nicht die Dicke, sondern die Unversehrtheit der Schicht. Wenn sie dicht ist, kann auch kein Wasser eindringen (oder die Schutzschicht unterwandern).

2. unser Küchentisch ist Fachfraulich mit Leinöl behandelt, und wenn ich Dussel mal wieder meine Kaffetasse nich gerade halten kann, kann ich wunderbar beobachten wie die Flüssigkeit abperlt. Ich weiß zwar nicht wie lange dieser Effekt vorhalten würde (ich muß den verschütteten Kaffe ja immer gleich wegwischen :wink: ) aber so leicht kommt da keine Feuchtigkeit ins Holz. Bei Wachspolitur stell ich mir diesen Effekt noch stärker vor.



nich schimpfen AWS :?

Gruß Rati
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Beitragvon AWS » 29.08.2006, 19:39

Moin Rati,



mein Vergleich hinkt keineswegs. Oele und Wachse werden auf Dauer vom Wasser unterwandert. Bei meinem Satz: Oele und Wachse bieten keinen Schutz vor Wasser sind mir die Worte „auf Dauer“ verloren gegangen.

Die Tischplatte, die Deine liebe Frau so aufmerksam vor Dir schützt, ist eine große Fläche, bei der man leichter eine geschlossene Oberfläche erreichen kann.

Wenn Du mal ohne Aufsicht bist (hähähä), kannst Du ja mal für längere Zeit etwas Wasser auf dem Tisch stehen lassen (aber nicht im Glas). Überlege Dir aber gleich eine passende Ausrede.

Bei einem kleinen Amulett mit einer Bohrung und einer Gravur oder einer Einbrennarbeit dagegen ist es sehr schwierig eine geschlossene Oberfläche hinzubekommen.



Alles in allem sind Oel oder Wachs für Runenhölzer oder Amulette gut geeignet, solange sie nicht auf lange Zeit der Feuchtigkeit ausgesetzt sind.

Meine kleinen Schnitzereien oele ich immer und bisher ist auch noch nichts passiert.



Zu schimpfen gibt es da nichts, ein Forum lebt vom Austausch verschiedener Ansichten und Meinungen.

Also ganz locker bleiben.



Gruß

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Beitragvon Rati » 30.08.2006, 07:09

Hi AWS,



den vorgeschlagenen Tischtest mach ich mal lieber nich :lol: .

An sonsten hab ich gestern noch mal nachgefragt und du hast so wie du es jetzt schreibst natürlich recht. Auf Dauer ist es kein Schutz. (reines Öl schützt laut meiner Liebsten sogar besser als Wachspolitur - ich hab es ja andersherum angenommen). Aber zum weihen des Amulettes reicht es. Das ein Amulett mit Gravur und Bohrung nicht so leicht zu behandeln ist wie eine gerade Tischplatte leuchtet sogar mir ein 8) .



Gruß Rati
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