Künstliche Intelligenz irgendwann real?

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Künstliche Intelligenz irgendwann real?

Beitragvon JeSa » 05.09.2010, 12:36

Hallo ihr lieben!



Ich hoffe es gibt noch kein Thema zur KI. Hab zumindest keines gesehen.

Ich hatte letztlich eine Disskusion mit meinem Freund über künstliche Intelligenz. Kennt ihr sicher alle aus dem Fernsehen. Obwohl ich glaub das hier manche keines haben.. naja egal. Es geht halt darum das Maschinenen Bewusstsein erlangen. richtiges Bewusstsein. Nicht nur: wow er kann antworten, und es passt zur Frage. Ne, was ich mein ist tja Gott spielen wenn man das so nennnen will.

Also Filmbeispiele meinte ich mit: zb. Terminator oder AI (künstliche Intelligenz) oder der arnold schwarnegger wo der hung eclont wird,.. hm... trag ich noch nach den Titel ich glaub der siebte tag oder sowas...



Naja und die Frage die ich einfach mal in dem Raum schmeißen möchte. und über den ich gern disskutieren würde ist: Darf man sowas? Ist das Ethisch irgendwie vertretbar? und wie sollte man mit diesen "Menschen" umgehen. denn das wären sie. nur künstlich erschaffen aber doch dennoch Menschen oder?



Bin mal gespannt was da so an disskusion zu stande kommt ;)



liebe grüße

JeSa
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Beitragvon Soulslayer » 05.09.2010, 16:40

Ob es so etwas jemals geben wird, keine Ahnung. So bald sicher nicht, denn wir wissen noch nicht einmal wie genau das Bewusstsein des Menschen entsteht. Klar, im Gehirn - aber wie? Das ist das so genannte Qualia-Problem: "What is it like to be a bat?" ("Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?"):

http://de.wikipedia.org/wiki/Qualia



Am humansten wäre es natürlich, diese künstlichen "Menschen" auch tatsächlich wie Menschen zu behandeln. Da wir das oft einmal aber weder mit unseren Mitmenschen schaffen, noch mit Tieren, halte ich es für wahrscheinlich, dass "Biomenschen" zuerst einmal mit der üblichen Irrationalität (und damit Unmenschlichkeit) reagieren würden. Kennst du Battlestar Galactica? Nein, nicht das Bonanza-mäßige Original aus den 70ern :lol:, die neue, die mit verschiedensten Themen sehr komplex umgeht (ein Diamant in der Fernsehlandschaft) - jedenfalls ist der Umgang mit humanoiden Robotern, welche ein menschliches Bewusstsein erlangt haben (und bei denen neuere Modelle nur mehr mit medizinischen Mitteln von Biomenschen zu unterscheiden sind) eines der Themen.



Ich habe darüber nachgedacht und bin für mich mal zu folgenden Ergebnissen gekommen...



Es sieht so aus als gäbe es folgende Möglichkeiten, wenn es sie einmal geben sollte:

- integrieren

- freiwillig ghettoisieren (im wörtlichen Sinn)

- unfreiwillig ghettoisieren (sowohl im wörtlichen Sinn, als auch im Sinn von gesellschaftlicher Ausgrenzung)

- vernichten

- versklaven



Die erste Möglichkeit bestünde nur bei beidseitiger Kooperation (für die es keinerlei Garantie gibt).

Nach dem Stand der heutigen Ethik wäre die zweite Möglichkeit nur ethisch, wenn die KI's es selbst wollen würden und die letzten drei Möglichkeiten wären überhaupt nicht ethisch.



Dass KI's irgend eines gigantischen Zufalls wegen ein Bewusstsein entwickeln könnten, ist mehr als unwahrscheinlich (ich nehme an, das hast du auch nicht gemeint). Also, was wären denn überhaupt unsere Motive, solch ein Wesen zu erschaffen, sollten wir die Fähigkeit dazu erlangen? Das ist eine überaus wichtige Frage; ich denke sogar eine, die man vor allen anderen stellen sollte. Vor allem, wenn es darum geht festzustellen, ob deren Erschaffung ethisch wäre oder nicht. Es wäre auch hilfreich zu wissen, wie die Menschheit in dieser fernen Zukunft mit "fremdem" umgehen wird und wie viel Respekt sie vor allem was nicht biomenschlich ist haben wird (tun wir aber leider nicht; also werde ich jetzt einfach mal von der aktuellen Situation ausgehen).



Wenn man vor einer Entscheidung steht, bei der man zwischen einer Tat wählen muss, welche eine über 50%ige Wahrscheinlichkeit hat in unethischem Verhalten zu münden und einer Tat, bei welcher keine negativen Konsequenzen zu erwarten sind (also in diesem Fall deren Nichterschaffung), sollte man es meiner Meinung nach gleich lassen. Also ich würde zum jetzigen Zeitpunkt sagen, Finger weg davon. Wir sind noch nicht groß genug um mit sowas zu spielen.



Terminatoren sind übrigens nicht wirklich ein gutes Beispiel, da diese nur auf bestimmte Aufgaben programmiert sind und über kein menschliches Bewusstsein in dem Sinn verfügen. :wink: Ah, da ist gerade der Nerd in mir ausgebrochen. :lol:



JeSa hat geschrieben:[...] oder der arnold schwarnegger wo der hung eclont wird,.. hm... trag ich noch nach den Titel ich glaub der siebte tag oder sowas...


"The 6th Day" - "The 7th Day" ist ein anderer Film. Klone wären allerdings keine Androiden, sondern tatsächlich Biomenschen. 8)
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Beitragvon Atropos » 06.09.2010, 19:53

Iiiiiirgendwooooo stand schonmal was zur KI. Egal.



Jetzt ist die Gelegenheit: was ist ein Nerd? Wollte ich schon immer mal wissen.



Die beste kybernetische Lebensform aus der Kinowelt habt ihr noch gar nicht angesprochen: Data. Und Neelix hatte unrecht: kennt man eine kybernetische Lebensform, kennt man alle. Er meinte die Borg. Wenn Data der Gute ist, sind die Borg die Bösen. Obwohl letztere sich quasi evolutionär entwickelt haben (seid bitte nicht allzu streng mit dem Begriff) und Data von einem einzelnen Wissenschaftler erschaffen wurde.



Soll man es machen? Klar. Es wird alles gemacht, was geht und dann gucken wir mal. Das ist jetzt gegen meine Gewohnheit nicht sarkastisch gemeint. Das ist mein Ernst. Neues Leben? Her damit. Leben hat nunmal die Tendenz zur Ausbreitung, egal wie. Die Erschaffung solchen Lebens wäre also weder ethisch noch unethisch.



Und nun das große Aber: man sollte es tatsächlich nur dann tun, wenn man sich über den Status im Klaren ist. Das fängt schon damit an, dass viele einer KI die Eigenschaft der Lebensform absprechen würden. Schon gar, wenn sie nicht menschlich aussieht. Das tun aber die meisten Tiere auch nicht. Und was dann käme, kann sich jeder ausmalen: Versklavung. Damit hatten Menschen schon hinsichtlich ihrer Mitmenschen lange Zeit keine Probleme bzw. dauert dieser Zustand bis heute fort. Deswegen stimme ich Soul auf jeden Fall zu, dass die Zeit noch lange nicht reif ist. Und deswegen ist es auch gut, wenn es noch lange Zeit nicht funktioniert.



Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schonmal erwähnt hatte: ein SF-Roman mit dem Titel "Planet der Träume". Da ging es um einen Planeten, dessen Bevölkerung aus Pflanzen bestand, die sich telepatisch verständigten. Als diese unsere Pflanzen merkten, dass tierisches Leben aus ihrem Ozean krabbelte, haben sie es rigoros vernichtet, weil sie darin - wohl zu Recht - den zukünftigen Freßfeind sahen. Also der umgekehrte Weg. Verhinderung von natürlich entstehendem Leben, weil es gefährlich werden könnte. Die Ermordeten haben den Preis dafür gezahlt, dass die Pflanzen ihre Welt voller Harmonie und Liebe, ohne jede Gewalt und Verbrechen, bewahren konnten. Wer wäre schlimmer? Diese oder wir?
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Beitragvon Soulslayer » 08.09.2010, 12:59

Atropos hat geschrieben:Jetzt ist die Gelegenheit: was ist ein Nerd? Wollte ich schon immer mal wissen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Nerd

http://de.wikipedia.org/wiki/Geek





Atropos hat geschrieben:Wer wäre schlimmer? Diese oder wir?


Ich hatte mal eine Diskussion mit jemandem der meinte, es gäbe einen Unterschied, ob man Leben vernichtet oder nur am Entstehen hindert. Er meinte ersteres wäre unethisch, letzteres jedoch nicht. Ich meinte jedoch, dass ersteres zwar grausamer wäre, das Ergebnis aber das selbe bliebe und daher beides nicht ethisch ist.

Er argumentierte dann weiter, dass entweder sowieso alles passiert wie es passieren sollte (Bestimmung; egal was passieren wird, wird also einer Bestimmung wegen sowieso passieren und ist daher nicht unethisch) oder wir eine freie Wahl haben (keine Bestimmung, gegen welche man verstoßen könnte, daher also auch nicht unethisch).

Bei der Diskussion ging es übringes um das Experimentieren mit Hormonen im Mutterleib, um homosexuelle Babys zu verhindern - und darum was ethischer sei: nicht herumzuexperimentieren, oder es doch zu tun um das "Leid" künftiger homosexueller zu verhindern. :roll: War eine heiße Diskussion, zu einem Konsens sind wir aufgrund völlig gegensätzlicher Meinungen aber nicht gekommen...



Was die Pflanzen betrifft... Ich frage mich was unethischer ist: Die neue Art zu vernichten um die eigene zu schützen, oder die neue Art nicht zu vernichten und damit die eigene der Zerstörung preiszugeben?
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Beitragvon Atropos » 08.09.2010, 17:09

Sie haben über ganze Epochen tausende Arten vernichtet. Es bestand keineswegs die Gefahr der eigenen Zerstörung, damit haben sie es nur gerechtfertigt. Sie hatten Angst vor dem Unbekannten und hatten auch keine Lust, ihren Lebensstil zu ändern. Ansonsten Güte und Liebe allerorten, aber wie man sieht, hat das seinen Preis. Ökozid, so will ich es mal nennen, als striktes Programm, von dem keine Abweichung zugelassen wurde.



Sollte sich unsereiner dazu entscheiden, eine oder mehrere neue Arten nicht ins Leben zu lassen (in dem Fall durch Unterlassung), wäre das Ergebnis qualitativ dasselbe, wenn auch nicht quantitativ. Deswegen meine zugegeben begeisterte Zustimmung zu solch einem Projekt. Eine ganz neue Herausforderung für die menschliche Anpassungsfähigkeit.



Was soll den das mit den Hormonen für Föten? Das kann doch zu schlimmen Fehlbildungen führen. Das Problem ist nicht die Homosexualität, sondern - siehe oben - Angst vor Unbekanntem, Denkfaulheit, Trägheit im Konservatismus und schlicht und ergreifend Menschenfeindlichkeit.
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Beitragvon Soulslayer » 08.09.2010, 17:56

Hm, ich weiß nicht, ob ich bei so einem Projekt jetzt schon so begeistert zustimmen würde. Eher nicht. Der neuen Lebensform zuliebe nicht. Dieses Level der Anpassungsfähigkeit haben die meisten Menschen heutzutage, meiner Meinung nach zumindest, noch nicht.





Es ging dabei um eine Ärztin, die CAH (Congenital Adrenal Hyperplasia = adrenogenitale Hyperplasie) schon im Mutterleib mit irgendwelchen umstrittenen (und von der FDA nur teilweise genehmigten) Präparaten und Hormonen behandeln wollte, welche ihrerseits für Mutter und Kind gefährlich sein können (und dabei obendrein einige ihrer Patienten nicht so gründlich informierte wie sie sollte).

Einerseits war das umstitten, weil CAH, wie der Name schon sagt, "congenital", also nicht heilbar ist; nur die Symptome, also der Grad der Intersexualität (es ist aber keine "normale" Intersexualität, wie ich hier noch erwähnen muss), lassen sich mit einer Behandlung beeinflussen. Die mit CAH geborenen Babys müssen nach der Geburt trotzdem für den Rest ihres Lebens Hormone nehmen, um die Krankheit auszugleichen. CAH ist auch durchaus nicht zu unterschätzen, da im Genitalbereich auch lebensbedrohliche Missbildungen auftreten können und die meisten nach der Geburt operiert werden (auch wenn es keine lebensbedrohlichen Missbildungen gibt; darüber lässt sich auch streiten, aber das ist ein anderes Thema).

Die Ärztin hat dabei aber nicht nur versucht CAH zu behandeln. Da überdurchschnittlich viele mit CAH geborene Mädchen lesbisch werden und "untypisches, teilweise vermännlichtes Rollenverhalten und einen geringeren Wunsch Mutter zu werden" an den Tag legen, hat sie auch herausfinden wollen, ob eine hormonelle Behandlung auch das verhindern könnte und sie zu "normalen" Frauen aufwachsen. :roll:
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