Alemannische Herrscher

Die wehrfähigen Männer...

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Alemannische Herrscher

Beitragvon Aelinor » 10.01.2007, 09:16

Könige und Kleinkönige



Chrocus – aber auch Crocus – war ein alamannischer Fürst im 4. Jahrhundert.



260 war er Anführer eines Aufstands der Alamannen, in welchem sie über den Limes bis Clermont und angeblich sogar bis Ravenna vordringen konnten.



306 war Chrocus in York in Britannien bei der Erhebung Konstantins I. zum Caesar beteiligt.



In manchen Quellen wird auch ein Chrocus, Anführer der Alamannen bei der Eroberung der Stadt Mende ([1]) in Frankreich im 3. Jahrhundert genannt.



Mederich (* ?; † nach 357) war wie sein Bruder Chnodomar alamannischer Gau-König.



Mederich, hielt sich für lange Zeit in Gallien auf und ist dort in griechische Geheimlehren eingeführt worden. Dies war ein Grund für die Namengebung seines Sohnes, der zunächst gemäß der Familientradition Agenarich hieß, nun aber nach dem hellenistisch-ägyptischen Gott Serapis, der auch in Gallien verehrt wurde, vom Vater in Serapio umbenannt worden war.



Chnodomar (lat. Chnodomarius) * ? - † ?, war bis 357 alamannischer Gau-König in der Ortenau. Bruder des Mederich, Onkel des Agenarich (Serapio).



Der römische Historiker Ammianus Marcellinus berichtet voller Bewunderung und Abscheu von Chnodomar. Er schildert ihn als „.. der ruchlose Anstifter des Kriegssturmes, ... ohne Maß, .. der Hauptantreiber zu gefährlichen Wagnissen, mit seiner stolzen Miene, hochgemut durch seine häufigen Erfolge.“ In der Schlacht schildert er ihn, „mit einem flammenden roten Wulst von Haaren auf dem Haupt, furchtlos im Bewusstsein seiner ungeheuren Körperkraft,..., unmenschlich groß auf seinem schäumendem Roß, hoch aufgerichtet mit der Lanze von fürchterlicher Länge, im Glanz sichtbar von den anderen, ein tapferer Kämpfer und als fähiger Heerführer den übrigen überlegen.“



Chnodomar zog 350, ermuntert von Kaiser Constantius II., gegen den Usurpator Magnentius nach Gallien und besiegte dessen Caesar (Unterkaiser) Magnus Decentius.



Kaiser Constantius II. ernannte daraufhin, nach dem Selbstmord des Magnentius und des Caesaren Magnus Decenius, seinen Vetter Julian am 6. November 356 zum Caesaren und schickte diesen und den römischen Heermeister Barbatio 357 nach Rauracum Kaiseraugst, um die Alamannen zu bezwingen. Aufgrund des Laeten-Aufstands und durch das Verschulden Barbatios, der Julian keine Erfolge gönnte, gelang es den Alamannen, das zahlenmäßig überlegene römische Heer in die Flucht zu schlagen. Daraufhin versammelten die Alamannenkönige Hortar, Suomar, Ur, Ursicinus, Vestralp, zehn Unterkönige sowie viele Adlige unter der Führung von Chnodomar und seinem Neffen Agenarich (Serapio) ihre Heere und zogen in die Schlacht von Argentoratum, um ihren Anspruch auf die linksrheinischen Gebiete zu bekräftigen. Als die Übermacht des römischen Heeres klar wurde, versuchten Chnodomar und seine überlebenden Alamannen über den Rhein zu entkommen. Er wurde gestellt, ergab sich und bat Caesar Julian um Gnade. Chnodomar wurde vor den Kaiser nach Rom geführt, wo er später in einem Fremdenlager auf dem Mons Caelius an Alterschwäche gestorben sein soll.



Vestralp (lat. Vestralpus; * ?, † ?) war ein alamannischer Gaukönig der Bucinobanten.



Der römische Historiker Ammianus Marcellinus berichtet, dass Caesar Julian im Jahr 359 bei Mainz den Rhein überschritt und mit den Alamannenkönigen Vestralp, Makrian, Hariobaud, Ur, Ursicinus und Vadomar, nach Rückgabe aller Gefangenen, Friedensverträge abschloss.



Ur (lat. Urius; * ?, † ?) war ein alamannischer Gaukönig im 4. Jahrhundert.



Der römische Schriftsteller Ammianus Marcellinus berichtet, dass Caesar Julian im Jahr 359 bei Mainz den Rhein überschritt und mit den Alamannenkönigen Ur, Hariobaud, Makrian, Vadomar, Ursicinus und Vestralp, nach Rückgabe aller Gefangenen, Friedensverträge abschloss.



Agenarich (auch Serapio, lat. Agenarichus) war ein alamannischer Gaukönig im 4. Jahrhundert. Er war ein Sohn des Mederich und Neffe des Chnodomar.



Der Name Agenarich bildet sich aus den althochdeutschen Namensteilen egin (Schwert) und rihhi (Herrschaft, Herkunft, mächtig, reich, Fürst).



Der römische Historiker Ammianus Marcellinus schreibt über Agenarich:



Seinen Namen hatte er daher, dass sein Vater Mederich lange als Geisel in Gallien festgehalten, dort in griechische Geheimlehren eingeführt worden war und seinen Sohn, der eigentlich Agenarich hieß, nach dem Gott Serapis in Serapio umbenannt hatte.



357 führte Agenarich zusammen mit seinem Onkel Chnodomar, ein alamannisches Heer in eine verlustreiche Schlacht von Argentoratum bei Straßburg gegen das Römische Heer unter Caesar Julian.



Suomar (lat. Suomarius; * ?, † ?) war ein alamannischer Gau-König im 4. Jahrhundert.



Der römische Historiker Ammianus Marcellinus berichtet: Nach einer siegreichen Schlacht gegen den römischen Heermeister Barbatio 357 bei Rauracum (Kaiseraugst) versammelten die Alamannenkönige Suomar, Hortar, Ur, Ursicinus und Vestralp unter der Führung von Chnodomar und Agenarich ihre Heere und zogen in die Schlacht von Argentoratum. Nach verlorener Schlacht bat Suomar den römischen Befehlshaber Severus um sein Leben und Land, was ihm unter der Auflage von Soldaten- und Lebensmittellieferungen, gewährt wurde.



358 schloss Caesar Julian (der 361 römischer Kaiser wurde) mit Suomar einen Friedensvertrag. Von Julians Nachfolger als römischer Kaiser, Valentinian I., wurde der Vertrag 364 jedoch nicht verlängert.



Hortar (lat. Hortharius; * ?, † 364) war ein alamannischer Gau-König im 4. Jahrhundert.



Der römische Historiker Ammianus Marcellinus berichtet: Nach einer siegreichen Schlacht gegen den römischen Heermeister Barbatio 357 bei Rauracum (Kaiseraugst) versammelten die Alamannenkönige, Hortar, Suomar, Ur, Ursicinus und Vestralp unter der Führung von Chnodomar und Agenarich (Serapio) ihre Heere, und zogen gegen den römischen Befehlshaber Severus, in die Schlacht von Argentoratum. Nach verlorener Schlacht konnte Horthar, sein Leben und Land gegen Lieferung von Gespannen und Baumaterial, behalten.



358 schloss Caesar Julian mit Horthar einen Friedensvertrag. Horhar begann eine Karriere im römischen Militärdienst. Nach seinem Amtsantritt am 25. Februar 364 begann Kaiser Valentinian I. alle Alamannen aus höheren Armeeämtern zu beseitigen. Von Horthar wurde unter der Folter ein Geständnis erpresst, wonach er gegen den Staat gerichtete Briefe an andere Alamannenfürsten geschickt haben soll. Daraufhin wurde er zum Tod durch die Flammen verurteilt.



Gundomad oder auch Gundomar (lat. Gundomadus; † 357) war alamannischer Gau-König der nördlichen Breisgauer im 4. Jahrhundert und Bruder des Vadomar.



Der römische Historiker Ammianus Marcellinus berichtet, dass Gundomad 354 zusammen mit seinem Bruder Vadomar nach einer verlorenen Schlacht gegen Kaiser Constantius II. bei Augst einen Friedensvertrag geschlossen hat. 357 wurde Gundomad aber von eigenen Gefolgsleuten getötet, da die Breisgauer mit seiner friedfertigen Politik gegenüber den Römern nicht einverstanden waren. Danach erhoben sich die Breisgauer gegen Caesar (in der Spätantike: Unterkaiser) Julian, angeblich aufgrund von Spannungen zwischen Julian und dem Kaiser, angestachelt von Constantius, was aber wohl eher propagandistisch von Ammianus gebraucht wird, der Julian verehrte, Constantius gegenüber aber feindselig eingestellt war.



Ursicin (lat. Ursicinus) war ein alamannischer Gaukönig im 4. Jahrhundert.



Der römische Historiker Ammianus Marcellinus berichtet, dass Caesar Julian im Jahr 359 bei Mainz den Rhein überschritt und mit den Alamannenkönigen Ursicin, Makrian, Hariobaud, Ur, Vadomar und Vestralp nach Rückgabe aller Gefangenen Friedensverträge abschloss.



Makrian (auch Macrian, lat. Macrianus) war ein alamannischer Gaukönig der Bucinobanten im 4. Jahrhundert und der Bruder von Hariobaud.



Der römische Schriftsteller Ammianus Marcellinus berichtet, dass Caesar Julianus im Jahr 359 bei Mainz den Rhein überschritt und mit den Alamannenkönigen, Makrian, Hariobaud, Ur, Ursicinus, Vadomar und Vestralp, nach Rückgabe aller Gefangenen, Friedensverträge abschloss.



Aufgrund andauernder Unruhen gegen das römische Reich schlug im Jahre 370 ein Versuch des römischen Kaisers Valentinian I. fehl, Makrian, den verhassten turbarum rex artifex (Herrn und Meister der Unruhen), mit Hilfe der Burgunder gefangenzunehmen. Er wurde vom Kaiser abgesetzt. Der an seiner statt eingesetzte Fraomar konnte sich jedoch bei den Bucinobanten nicht durchsetzen, sodass Makrian im Jahre 371 schließlich doch ein Bündnisvertrag gewährt werden musste.



Daraufhin blieb Makrian den Römern bis zu seinem Tode, im Kampf gegen die Franken, ein verlässlicher Bundesgenosse.



Rando * ? - † ? alamannischer Gaukönig im 4. Jahrhundert.



368 überfiel Rando die Stadt Mainz, in der gerade ein Fest der christlichen Religion (vermutlich Ostern oder Pfingsten) gefeiert wurde. Da sich Kaiser Valentinian I. mit seinen Truppen in Trier aufhielt, konnte Rando ungehindert Menschen und Hausrat rauben.



Nach einem Feldzug gegen die Breisgauer, welche durch die Ermordung ihres Königs Vithicab führungslos geworden sind, führte Kaiser Valentinian einen Rachefeldzug gegen Rando. Dieser verschanzte sich mit seinen Truppen auf einer Höhenfestung und lieferte sich mit den Römern ein wechselvolles Gefecht, bei dem der Kaiser beinahe durch einen Hinterhalt Randos getötet wurde. Schließlich siegte Kaiser Valentinian.



Hariobaud (lat. Hariobaudes; * ?, † ?) war ein alamannischer Gaukönig im 4. Jahrhundert.



Der römische Schriftsteller Ammianus Marcellinus berichtet, dass Caesar Julian im Jahr 359 bei Mainz den Rhein überschritt und mit den Alamannenkönigen Hariobaud, Makrian, Ur, Ursicinus, Vadomar und Vestralp, nach Rückgabe aller Gefangenen, Friedensverträge abschloss.



Hariobauds Name leitet sich von den althochdeutschen hari (Heer) und biotan (gebieten) ab.



Vadomar (lat. Vadomarus; * ?; † ?) war bis 360/361 alamannischer Gaukönig der südlichen Breisgauer im 4. Jahrhundert. Er war ein Bruder des Gundomad und Vater des Vithicab.



Der römische Schriftsteller Ammianus Marcellinus berichtet:



354 schlossen Gundomad zusammen mit seinem Bruder Vadomar einen Friedensvertrag nach einer verlorenen Schlacht gegen Kaiser Constantius II. bei Augst.



Nachdem sein Bruder Gundomad 357 von seinem Volk, den nördlichen Breisgauern, getötet wurde, erhoben sich die Breisgauer gegen Caesar Julian, angestachelt von Kaiser Constantius II., der Julian ohnehin missgünstig gegenüberstand und in den linksrheinischen Gebieten saß.



Im Jahr 359 überschritt Julianus bei Mainz den Rhein und schloss mit den Alamannenkönigen Vadomar, Makrian, Hariobaud, Ur, Ursicinus, Vestralp Friedensverträge ab.



360 überfallen die Breisgauer unter Vadomar an Rätien grenzende Gebiete. Vadomar spielte über viele Jahre Caesar Julian und Kaiser Constantius II. geschickt gegeneinander aus. Ein durch Julian abgefangener Bote Vadomars, mit einem Brief an Constantius II., überführte schließlich Vadomar dieses Doppelspiels. Bei einem vorgetäuschten Freundschaftsmahl im Lager Julians wurde Vadomar festgenommen und nach Spanien verbannt.



363 bis 364 machte er im Osten, unter Kaiser Jovian, eine ehrenvolle Militärkarriere im römischen Heer und wurde zum dux der Provinz Phoenice. Aufgrund seines unaufrichtigen Charakters verlor er aber diese Stellung wieder.



Unter Kaiser Valens als General zur besonderen Verwendung bekämpfte er 365 den Usurpator Procopius in Bithynien und 373 die Perser in Mesopotamien.



Vithicab (lat. Vithicabius; * ?, † 368) war von 360 bis 368 alamannischer Gaukönig der Breisgauer. Er war der Sohn des Vadomar.



Vithicab übernahm nach der Verbannung seines Vaters Vadomar durch Caesar Julian das Königsamt und wurde von Ammianus Marcellinus als schwächlicher und kränklicher Knabe geschildert.



Trotz des Versprechens der Breisgauer an Caesar Julian, beständigen Frieden zu halten, kam es unter Vithicab erneut zu Überfällen und Übergriffen auf römisches Gebiet. 368 ließ ihn Kaiser Valentinian I. daraufhin durch gedungene Mörder umbringen. Die Überfälle gingen danach aber noch eine Zeit lang weiter.



Priarius († 378) war Gaukönig der Lentienser, eines alamannischen Teilstamms. Sein Name wird uns von dem römischen Schriftsteller Ammianus Marcellinus überliefert.



Priarius wurde mit seinem Heer auf einem Feldzug ins Elsass in der Schlacht bei Argentovaria, dem heutigen Oedenburg-Biesheim bei Neuf-Brisach, von Truppen des römischen Kaisers Gratian geschlagen und getötet. Weiteres ist über das Leben von Priarius nicht überliefet.



Gibuld oder auch Gebavult, (lat. Gibuldus / Gebavultus) * ? - † ?, war um 470 alamannischer König.



Gibuld und Gebavult bezeichnen möglicherweise die gleiche Person.



Eugippius berichtet in seiner Vita Sancti Severini XIX, dass König Gibulds Männer, in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts, die Stadt Passau ständig heimsuchten. Daraufhin kam es vor Passau zu einer Begegnung zwischen Gibuld und dem Abt Severin, in der Severin bat, die festgehaltenen römischen Kriegsgefangen freizulassen. Die Begegnung mit Severin musste Gibuld beeindruckt haben, da er dem Diener Gottes die Wahl freistellte, zu verlangen, was er wolle. Daraufhin gab er etwa 70 Gefangene frei. Dies soll sich etwa laut Eugipp in den Jahren 469/470 zugetragen haben.



Nach der Vita des Hl. Lupus soll es Bischof Lupus von Troyes, fast zur gleichen Zeit, gelungen sein, Gefangene von König Gebavult freizubekommen, hier handelt es sich möglicherweise um das gleiche Ereignis.



Es ist nicht bekannt, ob Gibuld über alle Alamannen herrschte oder nur König eines kleinen Teilstammes war. Die große Ausdehnung des Gebietes, in denen Gibuld/Gebavult operierte legt jedoch nahe, dass es um 450 n. Chr. zu einer Einung der davor in kleine Königreiche zersplitteterten Alamannen gekommen war, wohl unter den äußeren Bedrohungen (v.a. Hunnen), denen die Alamannen damals ausgesetzt waren.



Herzöge unter fränkischer Oberhoheit



Butilin (auch Bucilin, lat. Butilinus oder auch Buccelelnus) * ? - † 554 war nach Aufzeichnungen des Bischof Marius von Avenches von 536 bis 554 fränkisch alamannischer Herzog in der Diözese Avenches. Bruder des Leuthari.



Nachfolger von Lantachar. Sein Nachfolger als Herzog wurde Magnachar.



Butilin und Leuthari gelten als die ersten Herzöge der Alamannen, die ihre Amtsgewalt vom fränkischen König Theudebert I. erhielten, aber politisch in seiner Abhängigkeit standen.



553/554 erfolgte ein erfolgloser fränkischer Eroberungsfeldzug gegen den byzantinisch römischen Feldherrn Narses in Italien, unter alamannischer Beteiligung der beiden Brüder Butilin und Leuthari. Der Feldzug reiche von der Poebene bis zur Meerenge von Messina. Der byzantinische Dichter und Historiker Agathias versuchte im Nachhinein, dieses Scheitern den beiden Brüdern anzulasten, um den fränkischen König in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Sie hätten sich von den Goten zu diesem Feldzug hinreißen lassen, obwohl es ihrem König Theudebald nicht passte. Andere Quellen sprechen aber von einem fränkischen Unternehmen. Das Unternehmen endete mit der Niederlage und dem Tod Butilins im Herbst 554 bei Capua.



Dies war der letzte Eroberungsversuch südlich der Alpen mit alamannischer Beteiligung.



Leuthari (* unbekannt), war von 536 bis † 554 alamannischer Herzog. Bruder des Butilin.



Leuthari und Butilin gelten als die ersten Herzöge der Alamannen, die Ihre Amtsgewalt vom fränkischen König Theudebert I. erhielten, die aber politisch in seiner Abhängigkeit standen.



553/554 erfolgte ein erfolgloser fränkischer Eroberungsfeldzug gegen den römischen Feldherrn Narses in Italien, unter alamannischer Beteiligung der beiden Brüder Leuthari und Butilin. Der Feldzug reiche von der Poebene bis zur Meerenge von Messina. Der byzantinische Dichter und Historiker Agathias versuchte im Nachhinein, dieses Scheitern den beiden Brüdern anzulasten, um den fränkischen König in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Sie hätten sich von den Goten zu diesem Feldzug hinreißen lassen, obwohl es ihrem König Theudebald nicht passte. Andere Quellen sprechen aber von einem fränkischen Unternehmen.



Dies war der letzte Eroberungsversuch südlich der Alpen mit alamannischer Beteiligung.



Haming 539–554



Lantachar (lat. Lantacharius) * ? - † ? war nach Aufzeichnungen des Bischof Marius von Avenches bis 548 fränkisch alamannischer Herzog in der Diözese Avenches.



Sein Nachfolger wurde Butilin.



Magnachar (lat. Magnacharius) * ? - † ? war nach Aufzeichnungen des Bischof Marius von Avenches von 555 bis 565 fränkisch alamannischer Herzog in der Diözese Avenches.



Nachfolger von Butilin. Sein Nachfolger als Herzog wurde Vaefar.



Magnachar war der Vater von Marcatrud, die vor 561 Guntchramn, fränkischer König in Orléans, heiratete.



Vaefar (lat. Vaefarius) war nach Aufzeichnungen des Bischofs Marius von Avenches von 565 bis 573 fränkisch-alamannischer Herzog in der Diözese Avenches.



Er war der Nachfolger von Magnachar. Sein Nachfolger als Herzog wurde Theodefrid.



Theodefrid (lat. Theodefridus) * ? - † ? war nach Aufzeichnungen des Bischofs Marius von Avenches ab 573 fränkisch-alamannischer Herzog in der Diözese Avenches.



Nachfolger von Vaefar.



Leutfred I. oder auch Leutfried, (lat. Leudefredus) * ? - † ?, war von 570 bis 587 alamannischer Herzog.



Leutfred I. wurde 587 vom fränkisch austrasischen König Childebert II. abgesetzt. Sein Nachfolger als Alamannenherzog wurde Uncilin.



Uncilin (auch Uncelin, lat. Uncelenus), geb. ?, war alamannischer Herzog von 587 bis 607, † 613.



587 setzte der austrasische König Childebert II. den Alamannenherzog Leutfred I. ab und bestimmte Uncilin zu seinem Nachfolger.



Nach dem Tode Childebert II. 595 gingen der Thurgau, Kembsgau und das Elsass an Burgund und Uncilin damit unter die frankoburgundischen Oberhoheit von König Theuderich II.



605 kämpfte Theuderichs II. gegen seinen Bruder Theudebert II., sein Heer widersetzte sich allerdings der Anordnung zum Kampf. Theuderich II. beauftragte den burgundischen Hausmeier Protadius das Heer zum Kampf zu bewegen, doch auch seinem Befehl widersetzte sich das Heer und setzte Protadius fest. Vermutlich im gleichen Jahr (oder 606) erhielt Uncilin von Theuderich II. den gleichen Auftrag. Uncilin, jedoch deutete den Befehl um und ließ Protadius durch das Heer ermorden.



Aus Rache für die Ermordung des Prodadius ließ Königin Brunichilde 607 Uncilin einen Fuß abschlagen, er wurde dadurch als Herzog amtsunfähig. Nach der Lex Alamannorum, dem alamannischen Rechtsbuch, war ein Herzog nur dann amtsfähig, wenn er selbst ein Pferd besteigen konnte.



Gunzo war im frühen 7. Jahrhundert alamannischer Herzog mit Sitz in villa Iburninga, dem heutigen Überlingen am Bodensee. Seine genauen Lebens- und Herrschaftsdaten sind nicht überliefert. Gunzo war Vater der Fridiburga, die mit dem fränkischen König Sigibert III. verlobt wurde.



Herzog Gunzo lud die Kleriker und Bischöfe der Umgebung 635 zu einer Synode nach Konstanz ein und leitete die Wahl des Diakons Johannes zum Bischof von Konstanz als Nachfolger für den verstorbenen Bischof Gaudentius.



Ob Gunzo mit dem zur gleichen Zeit bezeugten Herzog Gundoin, dem Gründer des Klosters Moutier-Grandval, oder mit seinem Vorgänger, dem Alamannen-Herzog Uncilin, identisch ist, bleibt fraglich. Möglicherweis beherrschte Gunzo auch nur die Osthälfte Alamanniens.



Chrodobert aber auch Crodobert oder Chrodebert (lat. Chrodobertus oder Crodobertus (* ? - † ?) war im 7. Jahrhundert alamannischer Herzog.



Der Geschichtsschreiber Fredegar berichtet, dass Chrodobert in den Jahren 631 / 632 an einem Feldzug des fränkischen Königs Dagobert_I. gegen den salwischen Herrscher Samo teilnahm.





Leuthari II. (* ?; † noch 643) alamannischer Herzog.



Nach der Chronik Fredegars ließ Leuthari II. im Jahre 643 Otto, den Erzieher des fränkischen Königs Sigibert III. töten und ermöglichte damit Grimoald (643-661/62) das Amt des Hausmeiers am austrasischen Hof zu erlangen. Ob Leuthari II. gleichzeitig mit Herzog Gunzo regierte und wie weit sich die Grenzen seines Herzogtums erstreckten entzieht sich unserer heutigen Kenntnis.



Gotfrid aber auch Gotefrid oder Gottfried (lat. Gotfridus oder Cotefredus) * ? - † 709 war bis 709 alamannischer Herzog aus dem Hause der Agilolfinger. Vater des Lantfrid und Theudebald.



Nach einer Urkunde aus dem Jahr 700 schenkte Gotfrid auf Bitten eines Priesters Magulfus in Cannstatt den Ort Biberburg an die Zelle des Heiligen St. Gallus.



Gotfrid stand in ihrem Amt den fränkischen Hausmeiern in erbitterter Feindschaft gegenüber und verteidigte ihnen gegenüber die Unabhängigkeit seines Herzogtums.



Als Gotfrid im Jahre 709 starb, erhoben seine Söhne Lantfrid und Theudebald gemeinsam Anspruch auf das Herzogsamt.



Willehari aber auch Willihari (lat. Vilarius oder Wilharius oder Willeharius oder Willicharius) (* ? - † ?) war alamannischer Herzog in der Ortenau im 8. Jahrhundert.



In der Vita des Heiligen Desiderius wird beschrieben, dass der fränkische Hausmeier Pipin der Mittlere in den Jahren 709 bis 712 Feldzüge gegen den dux Willehari, im Gebiet der Alamannen, unternahm.





Lantfrid, aber auch Lanfred (lat. Lantfridus oder Lanfredus), (* ?; † 730) war von 709 bis 730 alamannischer Herzog. Er war Sohn des Gotfrid und Bruder des Theudebald.



Nach Herzog Gotfrids Tod 709 übernahmen Lantfrid und sein Bruder Theudebald das Amt des alamannischen Herzogs.



Beide Brüder standen in ihrem Amt den fränkischen Hausmeiern in erbitterter Feindschaft gegenüber. Klosterbischof Pirmin gründete 724 unter dem Schutz des Hausmeiers Karl Martell das Kloster Reichenau inmitten des alamannischen Herzogtums, was von Lantfrid und Theudebald als Provokation aufgefasst wurde. Theudebald vertrieb 727 den Abt Pirmin, ob odium Karoli (aus Hass gegen Karl Martell) und 732 den Nachfolger Abt Heddo vom Kloster Reichenau.



In den Jahren 724 bis 730 ließ Herzog Lantfrid die Lex Alamannorum, das alamannische Stammesrecht, zur Lex Alamannorum Lanfridana neu fassen.



730 führte Karl Martell einen Feldzug gegen die Herzöge Theudebald und Lantfrid, welcher noch im selben Jahr verstarb. Herzog Theudebald übernahm daraufhin das alleinige Herzogenamt in der Alamannia.



Theudebald auch Theutbald (* ?; † 746?) war ein alamannischer Herzog von 709 bis 744. Er war Sohn des Gotfrid und Bruder des Lantfrid.



Nach Herzog Gotfrids Tod 709 übernahm Theudebald zusammen mit seinem Bruder Lantfrid das Amt des alamannischen Herzogs. Beide Brüder standen in ihrem Amt den fränkischen Hausmeiern in erbitterter Feindschaft gegenüber.



Klosterbischof Pirminius gründete 724 unter dem Schutz des Hausmeiers Karl Martell das Kloster Reichenau inmitten des alamannischen Herzogtums, was von Lantfrid und Theudebald als Provokation aufgefasst wurde. Theudebald vertrieb 727 den Abt Pirmin, ob odium Karoli (aus Hass gegen Karl) und 732 den Nachfolger Abt Heddo aus dem Kloster Reichenau.



730 führte Karl Martell einen Feldzug gegen die Herzöge Theudebald und Lantfrid. Lantfrid verstarb noch im selben Jahr und Theudebald übernahm daraufhin das alleinige Herzogenamt.



742 erhob sich Theudebald zusammen mit den Vaskonen, Bajuwaren und Sachsen im Elsass gegen die Hausmeier Karlmann und Pippin III. 743 erlitten Theudebald und der Bajuwarenherzog Odilo eine Niederlage am Lech gegen beide Hausmeier. Nach einem erneuten Aufstand gegen Pippin im Jahre 744 wurde Herzog Theudebald von Pippin besiegt und aus Amt und Würde geworfen.



Quelle: Alamannen - Enzyklopädie, Geschichte, Geografie und Biografie
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