Altenglische Sprache

Auf nach Engeland ....

Moderatoren: Aelinor, Rati

Altenglische Sprache

Beitragvon Aelinor » 15.03.2007, 09:19

Die angelsächsische bzw. altenglische Sprache gehört innerhalb der Gruppe der germanischen Sprachen, die der indoeuropäischen Sprachfamilie angehört, zu den westgermanischen Sprachen. Sie entstand, als die Angeln, Sachsen und Jüten sich ab ca. 450 in England ansiedelten. Für Sprecher des modernen Englisch ist diese Sprache ohne gezieltes Erlernen nicht mehr verständlich.



mehr dazu:



http://de.wikipedia.org/wiki/Altenglische_Sprache
Was nützt`s, daß du die Schlacht gewinnst, wenn du am Vortage den Geschichtsschreiber beleidigt hast...
Aelinor
Hermundurin
 
Beiträge: 753
Registriert: 24.07.2006, 19:53
Wohnort: Thüringia

Advertisement

Beitragvon Aelinor » 15.03.2007, 09:21

Angelsächsisch / Altenglisch (700 – 1066)

aus Cædmons "Hymne", westsächsisch (8. Jahrhundert)

Handschrift aus dem 10. Jahrhundert



Nû wê sculan herian | heofonrîces Weard,

Metodes mihte | ond his môdgeþonc,

weorc Wuldorfæder, | swâ hê wundra gehwæs,

êce Drihten | ord onstealde.

Hê ærest gescêop | eorðan bearnum

heofon tô hrôfe, | hâlig Scyppend;

ðâ middongeard | moncynnes Weard,

êce Dryhten, | æfter têode

fîrum foldan | Frêa ælmihtig.



Nun sollen wir hören den Wärter des Himmelreichs,

des Herrschers Macht und seinen (Mut-) Gedanken,

das Werk des Wundervaters, wie er aller Wunder,

der ewige Herrgott, Anfang erstellte (schuf).

Erst schuf er den Kindern der Erde

den Himmel zum (als Dach), der heilige Schöpfer;

dann die Welt, der Wärter der Menschheit,

der ewige Führer, danach tat (machte) er

den Menschen die Erde, der allmächtige Herr.
Was nützt`s, daß du die Schlacht gewinnst, wenn du am Vortage den Geschichtsschreiber beleidigt hast...
Aelinor
Hermundurin
 
Beiträge: 753
Registriert: 24.07.2006, 19:53
Wohnort: Thüringia

Beitragvon Aelinor » 15.03.2007, 09:21

Mittelenglisch (1066 – 1500)

aus einer anonymen Zeitkritik (15. Jahrhundert)

"On the Times", um 1450



Now ys Yngland alle in fyght,

Moche peple of consyens lyght,

Many knyghtes, and lytyl of myght,

Many lawys, and lytylle ryqht;

Many actes of parlament,

And few kept wyth tru entent;

Lytylle charyté and fayne to plese;

Many a galant penyles,

And many a wondurfulle dysgyzyng

By umprudent and myssavysyng;

Grete countenanse and smalle wages,

Many gentillemen and few pages;

Wele besene and strong thevys

Moch bost of there clothys,

But wele I wot they lake none othys.



Nun ist ganz England im Kampf,

viele Menschen von leicht (-fertigem) Gewissen,

viele Ritter, und wenig Macht,

viele Gesetze, und wenig Recht.

Viele Verordnungen des Parlaments,

und wenige eingehalten mit ehrlicher Achtung;

wenig Wohltätigkeit und guter Wille zu gefallen,

viel Ritterliches ohne Geld,

und viel wundervolle Verstellung

durch Unüberlegtheit und schlechter Beratung.

Große Haltung und kleine Löhne,

viele edle Herren und wenige Pagen;

Wohl angesehene und starke Diebe,

viel Angeberei mit der Kleidung,

wohl aber wußte ich, daß ihnen Eide nicht fehlen (d.h. daß

ihnen Schwüre nichts bedeuten).
Was nützt`s, daß du die Schlacht gewinnst, wenn du am Vortage den Geschichtsschreiber beleidigt hast...
Aelinor
Hermundurin
 
Beiträge: 753
Registriert: 24.07.2006, 19:53
Wohnort: Thüringia

Beitragvon Aelinor » 15.03.2007, 09:22

Frühneuenglisch (1500 – 1750)

aus dem Vorwort zur englischen Übersetzung von Vergils "Aeneis" (1490)

von William Caxton (1422 - 1491), dem Gründer der ersten Druckerei in England



And that comyn Englysshe that is spoken in one shyre varyeth from a nother. In so moche that in my dayes happened that certayn marchauntes were in a shippe in Tamyse, for to haue sayled ouer the see into Zelande, and for Iacke of wynde thei taryed atte Forlond, and wente to lande for to refreshe them; And one of theym named Sheffelde, a mercer, cam in-to an hows and axed for mete; and specyally he axyd after eggys; And the goode wyf answerde, that she coude not speke no Frenshe. And the marchaunt was angry, for he also coude speke no Frenshe, but wolde haue hadde egges, and she vnderstode hym not. And thenne at laste a nother sayd that he wolde haue eyren; then the good wyf sayd that she vnderstod hym wel.



Und das gewöhnliche Englisch, das in einer Landschaft gesprochen wird, variiert von einem anderen in so vielem, daß es in meinen Tagen geschah, daß gewisse Kaufleute in einem Schiff auf der Themse waren, um hinüber nach Seeland zu segeln. Und aus Mangel an Wind wurden sie an der Küste unruhig; und gingen an Land, um sich zu erfrischen. Und einer von ihnen, names Sheffelde, ein Tuchhändler, kam in ein Haus, und er fragte nach Fleisch, und speziell fragte er nach Eiern. Und das gute Weib antwortete, daß sie kein Französisch sprechen könne. Und der Kaufmann war wütend, denn auch er konnte kein Französisch sprechen, wollte abe Eier haben; und sie verstand ihn nicht. Und dann endlich sagte ein anderer, daß er Eier haben wollte. Darauf sagte die gute Frau, daß sie ihn gut verstünde.
Was nützt`s, daß du die Schlacht gewinnst, wenn du am Vortage den Geschichtsschreiber beleidigt hast...
Aelinor
Hermundurin
 
Beiträge: 753
Registriert: 24.07.2006, 19:53
Wohnort: Thüringia


Zurück zu Angel Sachsen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

  • Advertisement
cron