Fightclub

wie gewünscht der Film-Thread...

Moderatoren: Aelinor, Rati

Beitragvon Atropos » 05.10.2007, 14:18

Wenn Rati in den Wald geht und ansonsten fünfe grade sein läßt, dann ist er Anarchist bzw. ein Anhänger der These, daß nur 100%ige Freiheit Freiheit ist. :wink: Diese Freiheit endet aber da, wo man die Mitarbeit und Hilfe anderer braucht, mal abgesehen davon, daß es ganz schön unfrei werden kann, wenn man die Rechte anderer verletzt. Der Einzelne hat womöglich das Recht, sich vollständig aus der Gesellschaft (die ihm Pflichten aufgibt) zu verabschieden, aber dann muß er sich auch aus der menschlichen Solidarität verabschieden. Ich glaube nicht, daß man so das Ende von Unterdrückung erreichen kann. Es hat sich immer dann etwas geändert, wenn viele gemeinsam etwas unternommen haben. Aber ein Märtyrer ist natürlich auch nicht zu verachten. :wink:



Ich denke schon, daß auch die Rituale der Tiere bei vielen Arten eine gewisse Dauerhaftigkeit im Ergebnis haben; bei manchen monogam lebenden sogar bis ans Lebensende. Einmal der Boss - solange bis der nächste Stärkere kommt, ansonsten würde sich der ganze Kraftaufwand ja gar nicht lohnen. Ob das nun eine Initiation im menschlichen Sinne ist, oder menschliche Initiationen ihren Ursprung im Tierreich haben, wird sich noch rausstellen.



Wenn Menschen einen natürlichen Prozeß mit einer Initiation begleiten, ist das so ihre Art, dem Ganzen Bedeutung zu geben. Jungen würden auch ohne Initiation erwachsen werden, aber es findet trotzdem eine Aufnahme statt. Warum soll das bei Mädchen anders sein, nur weil der Vorgang anders aussieht? Vermehrung und Ernährung sind primär (um den Kreis mal zu schließen), Jagd und Krieg sind sekundär bzw. verschaffen der Gruppe einen Vorteil, den sie sonst nicht hätte aber auch ohne den Vorteil leben könnte. Vielleicht sogar besser: ein Hoch auf die Vegetarier. :wink: Und für den Schutz der Nachkommen reicht manchen Arten ihre Größe, Vorsicht und Klugheit. Und alles ohne künstliche Waffen.
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Beitragvon Rati » 08.10.2007, 11:58

so jetzt kommen wir langsam zusammen. :)



Atropos hat geschrieben:Der Einzelne hat womöglich das Recht, sich vollständig aus der Gesellschaft (die ihm Pflichten aufgibt) zu verabschieden
es sollte ja nur ein Beispiel sein das derjenige der sich unwohl fühlt auch der sein muß der die Änderung einleitet und das das, wie du richtig bemerkst:
Atropos hat geschrieben:aber dann muß er sich auch aus der menschlichen Solidarität verabschieden.
nachhaltige Konzequenzen für ebend dies Person beinhaltet. Deshalb werde ich - also der Rati :wink:- auch weiterhin lieber in der Situation des Unterdrückten leben wollen, statt die Konzequenzen der Freiheit zu tragen. Ich denke das ist es auch was Chorge mit - in seiner Nische einrichten - meint.

Und, wenn du schreibst:
Atropos hat geschrieben:Es hat sich immer dann etwas geändert, wenn viele gemeinsam etwas unternommen haben.
dann sind damit meiner Meinung nach hauptsächlich die gefordert welche mit ihrem Lebensstandart unzufrieden sind.



Atropos hat geschrieben:Ich denke schon, daß auch die Rituale der Tiere bei vielen Arten eine gewisse Dauerhaftigkeit im Ergebnis haben; bei manchen monogam lebenden sogar bis ans Lebensende. Einmal der Boss - solange bis der nächste Stärkere kommt, ansonsten würde sich der ganze Kraftaufwand ja gar nicht lohnen.
der nächste Stärkere kommt vielleicht erst nach ein paar Jahren, aber die Herausforderer kommen ständig. Ausruhen kann sich der Pascha oder Platzhirsch nicht. Und gelohnt hat sich der Kraftaufwand sobald die erfolgreiche Vermehrung geschehen ist. Monogame gibt es nicht so viel, was auch logisch ist. Du selbst hast ja schon auf die Nachteile der Monogamie hingewiesen:
Atropos hat geschrieben:....So wird die biologische Kompetenz von Frauen ignoriert. Beispiel: in der Osttürkei heiraten in der Regel eng miteinander Verwandte. Das Ergebnis sind überdurchschnittlich viele kranke Kinder. Die Heiratspraxis folgt dabei Traditionen, die patriarchalisch dominiert sind. Meine These: es wäre biologisch sinnvoll, wenn jedes Kind von einem anderen Mann abstammt....


Die Natur ist halt einfach zu vielfältig als das wir für Menschen gemachte Def. und Begriffe einfach auf die Natur übertragen können.



Atropos hat geschrieben:....Jungen würden auch ohne Initiation erwachsen werden, aber es findet trotzdem eine Aufnahme statt. Warum soll das bei Mädchen anders sein, nur weil der Vorgang anders aussieht?
Wer sagt den das es bei Mädchen anders sein soll. Du hast dich doch gewundert warum die mänliche Initiation angeblich so sehr der weiblichen ähnelt.
Atropos hat geschrieben:Zur Initiation: ich habe da nur eine Frage. Wieso muß die männliche Initiation der weiblichen so verdammt ähnlich sehen?


Atropos hat geschrieben:Und für den Schutz der Nachkommen reicht manchen Arten ihre Größe, Vorsicht und Klugheit. Und alles ohne künstliche Waffen.
Und keine dieser Arten hat es so weit gebracht wie der Mensch. Elefanten, und Wale sind groß, aber abhänig von einem recht kleinen Spektrum an Nahrung. Mäuse sind vorsichtig, Ratten sind klug aber beide können sich nicht aktiv gegen ihre Fressfeinde wehern und haben deshalb keine Chance außerhalb ihrer geschützen Bauten an ihrer weiterentwicklung zu arbeiten. Der Mensch hingegen, der gerade das künstlich erschaffene zu handhaben gelernt hat, der so unspezialisiert und naturunabhänig wie nur möglich geworden ist hat dadurch den "Aufstieg" geschafft. Und dem Gesetz des Ausgleiches folgend ist halt da wo das Licht besonders hell geworden ist, der Schatten auch besonders schwarz. Um so weit zu kommen muste er viele natürliche Gesetze ignorieren oder umgehen lernen. Der Anstieg des Intelekt führte paradoxer Weise erst einmal auch zu einem Anstig der Brutalität. Hoffen wir das die Menschheit baldigst durch das Initiationsritual der Pupertät hindurchkommt und das danach ein wirklich erwachsenens und erwachtes Wesen über die Erde schreitet.
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Beitragvon Atropos » 08.10.2007, 15:42

Es stimmt, ich habe mich gewundert, wieso die männliche Initiation der weiblichen so sehr ähnelt und gleichzeitig geärgert (ich geb's zu), daß zum Widerlegen dieser Aussage der liebe Rati behauptet hat, es gebe gar keine weibliche Initiation, weil die Menstruation von Natur aus stattfindet und "nur" als Initiation benutzt wird. Sei's drum.



... und keine dieser Arten hat es so weit gebracht wie der Mensch. :?: :?: :?: Ja wie weit sind wir denn, rein zeitlich und im Vgl. mit den anderen Säugern, von anderen ganz zu schweigen. Ich werde das Gefühl nicht los, daß die Menschheit so eine Art Testlauf darstellt, ob sich eine rasante Weiterentwicklung des Großhirns überhaupt lohnt. Wo viel Intellekt ist, ist auch viel Brutalität würde ich ergänzen durch ... da ist auch viel Dummheit: sich einzubilden, man sei der Beherrscher des Planeten, daß man sich nehmen kann soviel man will und das ohne Konsequenzen, daß sich eine Art ungehemmt und ohne Rücksicht auf natürliche Ressourcen vermehren kann etc.



Was mich bedenklich stimmt, weil es schon mehrmals hier im Forum zu lesen war: die Unzufriedenheit damit, daß man für seinen Lebensunterhalt einer fremdbestimmten Arbeit nachgehen muß. Leider ist das so. Seit der Erfindung der Warenwirtschaft arbeiten nur noch wenige ausschließlich für ihren eigenen Bedarf, sondern sind davon abhängig, was andere von ihren Arbeitsergebnissen haben/abkaufen wollen. So ging es auch den Fightclub-Jungs. Die haben dann eine gewalttätige Revolte angezettelt, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Gewalt, die sie zuerst gegen sich selbst gerichtet haben, wirkte dann nach außen. "Zerstöre das System" ist heute möglicherweise keine Antwort mehr. Vielleicht ist "verweigere dich dem System" besser. Ein nettes Beispiel: letzten Sonntag im Weltspiegel; in USA gibt es in vielen Städten Vorschriften, daß Wäsche nicht draußen auf Wäscheleinen getrocknet werden darf, Bußgeld droht. Grund: Wäscheleinen sind was für die Unterschicht und bedrohen den Wert der Grundstücke. Und damit sieht es z.Z. ja etwas mau aus. Nun gibt es ein paar Leute, die es trotzdem machen, meist um Strom für Wäschetrockner zu sparen. Die handeln sich mächtig Ärger ein. Das ist es was ich meine: ziviler Ungehorsam. Wenn diese Leute nicht vorher von wütenden Nachbarn erschossen werden, werden sie das amerikanische Recht auf Wäscheleinen erkämpfen. :wink:
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Beitragvon Rati » 10.10.2007, 13:59

Atropos hat geschrieben:Es stimmt, ich habe mich gewundert, wieso die männliche Initiation der weiblichen so sehr ähnelt und gleichzeitig geärgert (ich geb's zu), daß zum Widerlegen dieser Aussage der liebe Rati behauptet hat, es gebe gar keine weibliche Initiation, weil die Menstruation von Natur aus stattfindet und "nur" als Initiation benutzt wird. :
ich habe nicht gesagt, das es überhaupt keine weibliche Initiation gibt , sondern das der natürliche Vorgang - Mensturation - keine Initiation ist. Das was die Menschen drumrum rumgebastelt haben ist natürlich eine Initiation. :)



Atropos hat geschrieben:... und keine dieser Arten hat es so weit gebracht wie der Mensch. :?: :?: :?: Ja wie weit sind wir denn, rein zeitlich und im Vgl. mit den anderen Säugern, von anderen ganz zu schweigen.:
Wieviel Zeit hatte denn der Mensch bisher gegenüber den anderen Tierarten? Mensch 1. Klasse andere Tiere 5. bis 12. Klasse würd ich mal sagen. Kleine Kinder halt. Und nun schau dir mal an wie sich Erstklässler so verhalten ihren Klassenkameraden und ihrer Umwelt gegenüber. Das kann ganz schön "entsetzlich" sein. Und diese Kinder haben Eltern die ihnen sagen/zeigen können was richtig ist. Der "Erstklässler Menschheit" hat keine Eltern er muß alles alleine herausfinden.



Atropos hat geschrieben:... Zerstöre das System" ist heute möglicherweise keine Antwort mehr. Vielleicht ist "verweigere dich dem System" besser.
egal ob der eine oder andere Weg, die welche das System lieben werden gleichartig reagieren, sie werden versuchen den "Systemfeind" auszuschalten. Wobei der Systemzerstörer gegenüber dem Systemverweigerer noch einen entscheidenden Vorteil hat. Er könnte schneller zerstören als er ausgeschaltet werden kann.
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Beitragvon Atropos » 10.10.2007, 15:53

Vielleicht haben wir keine "Eltern" aber auf jeden Fall ältere Geschwister. Von denen läßt sich allerhand lernen, angefangen über Baukunst bis hin zur Vermeidung von Kriegen. Und hat nicht eine Echsenart den Zwei-Komponenten-Kleber plus Lösungsmittel erfunden? :wink: Das Lernen von Tieren (und Pflanzen!) hat gerade erst angefangen. Bisher hat das der menschliche Über- und Hochmut verhindert.



Die Systemzerstörer haben vielleicht schnelle Erfolge, aber unter welchen Opfern! Wir haben - im Großen und Ganzen - heute einen Zivilisationsgrad erreicht, bei dem die Verweigerer nicht mehr befürchten müssen, auf dem Schafott zu landen. Mit Glück, siehe Birma. Ein Mann wie Ghandi hat es geschafft, das britische Empire zum Einsturz zu bringen.
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Beitragvon Rati » 12.10.2007, 07:37

Atropos hat geschrieben:Vielleicht haben wir keine "Eltern" aber auf jeden Fall ältere Geschwister. Von denen läßt sich allerhand lernen, angefangen über Baukunst bis hin zur Vermeidung von Kriegen. ..
du bist ein wenig ungeduldig liebe Atropos. :wink: Ich weis jetzt nicht genau ob du mit "Geschwistern" die anderen Tiere meinst oder unsere Ahnen. Jedenfalls hat das Kleinkind Menschheit schon eine Menge von seinen Ahnen gelernt. Viele Gründe die früher noch zu Krieg geführt hätten werden heute friedlich gelöst. Baukunst, Medizien, usw haben neue Wege (natürlich auch Irrwege) gefunden.

Atropos hat geschrieben:Das Lernen von Tieren (und Pflanzen!) hat gerade erst angefangen. Bisher hat das der menschliche Über- und Hochmut verhindert..
Ich würde sagen es wurde unterbrochen, nicht durch Hochmut, sondern durch fehlgeleitete Wissbegier (siehe Tread "Menschen wie Götter") . Die frühen Völker haben sehr viel von der Tier und Pflanzenwelt gelernt. Doch dann kam die - nur der Spezies mensch eigene - Wissbegier dazu und plötzlich gab es da Fragen die weder Tier noch Pflanze beantworten konnten da sie nicht nach dem warum fragen. Die Menschheit mußte also ausziehen um selber Antworten zu finden. (Wie ein Kind das aus dem Haus geht um zu lernen)

Wir haben also den Kopf aus unserem Heim - der Natur- gesteckt, sind mutig und naiv hinausgetreten und haben uns fast verirrt. Gerade haben wir den Weg zurück entdeckt und sind wir dabei uns zu überlegen ob wir nicht langsam mal heimkehren könnten.



Atropos hat geschrieben:Wir haben - im Großen und Ganzen - heute einen Zivilisationsgrad erreicht, bei dem die Verweigerer nicht mehr befürchten müssen, auf dem Schafott zu landen. Mit Glück, siehe Birma. Ein Mann wie Ghandi hat es geschafft, das britische Empire zum Einsturz zu bringen.
Das Schafott muß nicht immer in Form eines Holzklotzes eines Henkers und eines Beiles erscheinen. In Birma gab es schon Tote und die Mönche sind in ihre Kloster gesperrt worden. Ich habe noch nicht gehört das die Bevölkerung jetzt für die Freilassung der Mönche demonstriert.

Und Ghandi hat es zwar geschaft die Briten zu vertreiben, aber sein Volk ist damit noch lange nicht in der Freihet und Selbstständigkeit angekommen. Die Briten haben quasi unmündige Kinder in die große Stadt geschickt. Indien boomt und zerfällt gleichermaßen. Neugeborene Mädchen werden immer noch ermordet, die wachsende Wirtschaft zerstört die Umwelt und die uralten Kastensysteme verhindern immer noch eine Gleichstellung der Menschen.
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Beitragvon Atropos » 12.10.2007, 13:55

Ja, du hast Recht Rati, Ungeduld ist eine meiner schwachen Stellen. :wink: Ich meinte Tiere und dachte, daß sich das aus dem Kontext ergibt.



Bitte erkläre doch, was du unter fehlgeleiteter Wißbegier verstehst. Wissen an sich kann meiner Meinung nach nicht fehlgeleitet sein; nur was man daraus macht (Kernenergie).



Mit Ghandi wollte ich ein Beispiel für Systemverweigerer und zivilen, d.h. gewaltlosen, Ungehorsam geben. Nicht dafür, daß nach dem Zusammenbruch des Kolonialsystems das Paradies ausbrach. Der Rückfall ist geradezu typisch für den Zustand nach einer Revolution. Er selbst war äußerst bestürzt über die Abspaltung Pakistans, d.h. der Separation der Muslime von den Hindus und der damit einhergehenden Schwächung Indiens. Daß eine Nation gleichzeitig boomt und zerfällt ist, denke ich, ein normaler Zustand. Wie im menschlichen Körper . Eine lange Zeit halten sich Abbau und Aufbau die Waage, bis die Alterungsprozesse die Überhand gewinnen. In menschlichen Gesellschaften dauert das natürlich etwas länger.
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Beitragvon Rati » 16.10.2007, 09:57

Atropos hat geschrieben:Bitte erkläre doch, was du unter fehlgeleiteter Wißbegier verstehst. Wissen an sich kann meiner Meinung nach nicht fehlgeleitet sein; .
richtig, Wissen kann nicht fehlgeleitet sein, aber wenn aus Wissensdurst Wissens - Gier wird, also ohne Achtung und Rücksicht weitermachen nur um noch mehr Wissen zu erlangen, dann ist es fehlgeleitet.

Also als der Mensch anfing immer wieter zu experimentieren und zu testen ohnen erst einmal gündlich zu prüfen was sein Streben auslösen könnte wurde sein Wissensdrang zur Gier und damit fehlgeleitet.
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Beitragvon Atropos » 16.10.2007, 15:26

Ich denke eher auf Wissen zu verzichten ist das Übel. Vor allem wenn sich abzeichnet, dass Wissen die gängigen Wertvorstellungen und ganze gesellschaftliche Konstrukte über den Haufen werfen könnte. Dann wandert der Forscher auf den Scheiterhaufen oder wird - heutzutage - einfach ignoriert oder sonstwie kaltgestellt. Eine kleine Schicht entscheidet, was die Bevölkerung wissen darf und was mit den Ergebnissen der Forschung geschieht. Und da fängt es an zu stinken.



Da uns "Fightclub" nun beigebracht hat, dass Männer sich gerne schlagen und einen Hang zu terroristischen Vereinigungen haben frage ich mal: was fangt ihr Männer mit dem Wissen an?
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Beitragvon Chorge » 17.10.2007, 16:50

@atropos mit der äußerung"wir sind durch mit dem thema" meinte ich nicht alles ist klar sondern den von dir wieder begonenen streit das der amnn von der frau nur abkupfert und eh der unterdrücker schlechthin ist. wir waren schon mal weiter. nicht mit dem prinzipiellen opferthema.



auf eine diskussion wieviel anteil (man beachte nicht wieviel schuld) das opfer trägt ist müssig, weil das sind diskussionen was - wäre - wenn das bringt nix.... einzig und allein können wir danach lehren daraus ziehen und schauen wo es begann und dort ansetzen am system. denn nicht ein einzelner mann lief los und unterdrückte die frau, nicht ein einzelner böser nazi unterjochte die ganze welt, nicht ein einzelner böser amerikaner plante den angriff aufs wtc.



Und es ist imemr auch eifnach 100 oder 200 oder 300 jahre später mit dem finger auf die leute zu zeigen und schuld und unschuld zu definieren. auf dieses glatteis würde ich mich nicht wagen.



Ich gehöre einem volke an welches 2 diktaturen auf übelste weise errichtet hat und menschen wir vieh abgeschlachtet hat. das heißt aber noch lange nicht das ich deshalb schuldig bin. kann ich nicht. genausowenig wie ich für mein geschlecht kann. das einzige was ich kann ist: mich mit geschichte auseinander setze, diese für mich zu refelektieren, meine lehren daraus zu ziehen und mein heutiges leben anhand dieser lehren zu gestalten. Und das heißt dann konkret für mich: Meine frau und mein kind sind nicht mehr oder wneiger wert als ich bzw. es gibt keine wertung. und nie wieder sozialismus egal ob rot oder braun. diese lehren habe ich für mich gezogen und danach lebe ich. mehr kann ich nun mal nicht tun, außer meine meinung auch nach außen zu tragen trotz aller anfeindungen.
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Beitragvon Atropos » 19.10.2007, 12:30

Chorge, ich streite nicht oder feinde an, sondern nehme mir genau wie du das Recht meine Meinung zu sagen. Auch habe ich absichtlich von Verletzungen und Mißverständnissen gesprochen und nicht von den Verletzungen der Frauen. Außerdem scheinst du das allzu persönlich zu nehmen. Ich würde mir nie herausnehmen, jemandem direkt Vorwürfe zu machen, dazu wissen wir zu wenig übereinander. Was im eigenen Umkreis passiert, muß jeder für sich verantworten.

Daß es beim Thema Initiation Proteste hagelt, darüber war ich mir im Klaren. :wink: So soll es sein.



Welchen Anteil der Einzelne daran trägt, damit das System funktioniert, ist das Kernproblem. Ich habe mir schon oft überlegt, wie ich wohl in der Zeit 30-45 gehandelt hätte. Hätte ich beim BDM mitgemacht und Nachbarn denunziert? Hätte ich wie mein Großvater den Mut aufgebracht, russischen Kriegsgefangenen Brot zuzustecken und eine Mitgliedschaft in der NSDAP offen abzulehnen? Ich weiß es nicht. Ich weiß aber heute, daß Menschen durch Lügen und Halbwahrheiten verführbar und bereit sind, jede nur denkbare Scheußlichkeit zu begehen. Das war aber eher das Thema "Frauenhaß im Christentum".



Den Film habe ich natürlich nicht ohne Grund angesprochen: ich möchte die männliche Interpretation dazu hören und welche Schlußfolgerungen daraus gezogen werden. Welchen Anteil trägt der Einzelne? Wie soll es weitergehen?
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Beitragvon Chorge » 20.10.2007, 17:04

Keine Sorge als Diskussionspartnerin mag ich Dich ganz dolle.... so genug .... muß ja meine"Feindbilder" aufrecht erhalten. :D



Was ich gut an diesem Film denke, daß er soviele gesellschaftliche Sachen angreift und daher jeden zu interpretation und denken anstößt.



Ich habe noch keinen gesehen der den film komplett gesehen hat und nicht über irgendeinen aspekt ins grübeln kam. und so soll es doch sein. was wir dann draus machen obliegt jedem selbst.



zur dieser zeit von ddr oder dritten reich habe ich auch shcon ein paar mal gegrübelt.... weiß nicht was wäre wenn ... habe aber eingesehen das es nichts bringt weil ja jeder seine vorgeschichte hat und daher aus der heutigen zeit sich nicht in diese zeit und lage versetzen kann.



als vermutung zu meiner persönlichen disposition: entweder ich wäre ganz dicke und vorne mit dabei gewesen oder einer der extrmsten gegner. so oder so zimelich schnell kaputt und tot. in beiden systemen.
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Beitragvon Atropos » 26.10.2007, 13:13

Ja, paß auf, daß dein "Feindbild" nicht verloren geht. :lol:



Ich denke nicht, daß es müßig ist, über die Vergangenheit nachzugrübeln. Wenn das ganze Elend irgend etwas gebracht hat, dann daß man heute nicht nochmal auf die Rattenfänger herein fällt. Heute gibt es zwar andere Versuchungen, aber man kann sich trotzdem eine kritische Grundhaltung antrainieren, damit man nicht jeden Schwachsinn glaubt.
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Beitragvon Rati » 30.10.2007, 15:57

Atropos hat geschrieben:Da uns "Fightclub" nun beigebracht hat, dass Männer sich gerne schlagen und einen Hang zu terroristischen Vereinigungen haben frage ich mal: was fangt ihr Männer mit dem Wissen an?
Atropos, bitte vergiss nicht Figthclub ist Hollywood und keine BBC Dokumentation mit analytischem Hintergrund. Sonst könnte ich ja auch behaupten das ich "Bad Things" gelernt hätte das alle Frauen hinterlistig und mörderisch sind. Ist ein cooler Film, aber ebend Hollywood.:wink:



Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, das du gar nicht bemerken willst das die Männer schon längst auf dem Weg sind. Ebendso wie die Frauen. Männer lernen Frauen als gleichberechtig zu akzeptieren und Frauen lernen Gleichberechtigung einzufordern.

Und falls du jetzt meinst das es eine Frechheit ist das Frauen ihre Gleichberechtigung einfordern müssen, möchte ich dir sagen.: Jeder Mensch muß seine Gleichberechtigung einfordern, den tut er dies nicht wird er unabhänig von seinem Geschlecht untergebuttert.
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Beitragvon Atropos » 30.10.2007, 17:55

Ich habe bemerkt, daß "Fightclub" genau wie die "Killertomaten" keine Dokumentation ist. :wink: Aber sieh dir bitte an, was dem Publikum so angeboten wird. Das ist ein Spiegel der realen Gesellschaft. Soldaten, Kämpfer und Jäger werden glorifiziert. Manchmal ist ein Held auch einer der duldet, aber meistens ist der Friedfertige der Idiot. Zumindest im Film. Im richtigen Leben glauben die Friedfertigen manchmal, ihnen könne nichts Schreckliches passieren, weil sie Anderen nichts Böses wollen. Duck dich weg, dann sieht er dich nicht. Das ist die Methode der Frauen, wenn sie kein Aufsehen erregen wollen. Trag keine kurzen Röcke, geh abends nicht allein aus und du bist sicher. Haha.



An alle Männer, die auf dem Weg der Gerechtigkeit sind: herzlich willkommen. Den Begriff "Gleichberechtigung" mag ich nicht so, weil es eben nicht um Gleichheit geht. Menschen, Männer und Frauen sind nun mal nicht gleich. Aber ihr Anderssein gibt keiner Seite das Recht, das andere Geschlecht für minderwertig zu halten. Eben darum bin ich so penetrant mit meinen Fragen, auch weil ich verstehen will. Einen von den Gerechten (welche leider wirklich in der Minderzahl sind) habe ich ja abgekriegt. Darum gehe mal davon aus, daß es noch mehr gibt. :D



Man könnte meinen, daß ich die Notwendigkeit Gerechtigkeit für die Frauen einzufordern als überholt ansehe, aber dem ist nicht so. Es ist nun mal nicht jeder und jedem gegeben, sich nicht allzu viel aus der Meinung seiner Mitmenschen zu machen, aber das ist DIE Bedingung um frei zu sein. Hinzu kommt, sich Unverschämtheiten und Ungerechtigkeiten nicht bieten zu lassen. Gilt für alle. Man muß das rechte Maß zwischen klugem Hinnehmen und Aufbegehren finden.



Nochmal zum Fightclub: Was fangen wir mit der Information an? Den Jungen ihren Spaß an spielerischen Kämpfen austreiben, damit sie sich als Erwachsene nicht die Gesichter zu Brei hauen oder den Mädchen das Kämpfen beibringen?
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Beitragvon Rati » 31.10.2007, 10:32

Atropos hat geschrieben:Nochmal zum Fightclub: Was fangen wir mit der Information an? Den Jungen ihren Spaß an spielerischen Kämpfen austreiben, damit sie sich als Erwachsene nicht die Gesichter zu Brei hauen oder den Mädchen das Kämpfen beibringen?


Den Jungens auf keinen Fall das spielerische kämpfen austreiben, sondern Fairniss beibringen.

Den Erwachsenen Männern die Erlaubniss lassen weiterhin spielerische Kämpfe auszutragen - auch wenns mal blutet.

Den Mädchen und Frauen nicht verbieten ebenfalls spielerisch ihre physichen Kräfte im Kampf miteinander zu messen.

Und ihnen gebieten sich gegen jeden pyhsichen Angriff mit gleichen Mitteln zu verteidigen.

Es ist meiner Meinmung ein Unterschied ob mensch in sportlichen Wettkämpfen wie Hochsprung, Fussball oder Langlauf seine Kräfte misst, oder ob direkte Körperkontakt in Kampfsportarten benutzt wird.

Im direkten Kampf lernt mensch nämlich auch wo die Grenzen der Fairniss zu setzen sind, wie ein Gegenüber bezwungen werden darf und wo gefälligst Schluss zu sein hat.Ich finde das wichtig um zu lernen wie mensch miteinander umzugehen hat.
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Beitragvon Atropos » 01.11.2007, 18:44

Na das ist doch mal eine konstruktive Antwort! Das Wichtigste dürfte sein, dass der - meinetwegen auch ritualisierte - Kampf Regeln unterliegt, die befolgt werden müssen. Ich bin zwar kein Fan davon, aber wenn es so sein soll, dann soll es auch Profi-Boxerinnen geben. Irgendwo habe ich mal gehört, daß man kämpfen lernen soll, um nicht zu kämpfen. Ich verstehe das so, daß man einem Angreifer zeigt: bei mir kommst du damit nicht weiter.
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Beitragvon Atropos » 01.11.2007, 19:47

So, jetzt kommt doch noch die Schadenfrohe zu Wort, tief aus der Finsternis sozusagen. Vor ein paar Jahren stand einmal ein Artikel in der örtlichen Presse und die story ging so: eines Abends hatten ein paar Glatzen Bock drauf, Fidschis (Vietnamesen) zu klatschen. Das ausgesuchte Opfer war ein junger Mann, der Abends allein unterwegs war. Daß er Kasache und kein Vietnamese war, tut zwar nichts zur Sache, aber jedem der nicht rassistisch verblödet ist, hätte das auffallen können. Den Glatzen war das auch piepegal, denn schließlich sehen alle Schlitzaugen gleich aus. Also machten sie sich über den Mann her, der sich noch irgendwie verständigen wollte, was ihm aber nicht gelang. Pech für die Schläger, daß sie an den asiatischen Meister im Kickboxen geraten waren. Der Meister mußte 50 kasachische Rubel an seinen Verein Strafe zahlen und die Typen konnten nach vier Tagen zum ersten Mal wieder flüssige Nahrung zu sich nehmen. :twisted:
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Beitragvon Chorge » 01.11.2007, 20:37

1. geht es beim erlernen des kampfes wenige rum das kämpfen sondern um die kampfvermeidung weil dadurch das imponier gehabe wegfällt.



2. erste wenn ein mann wieder ein mann ist und sich als soclher fühlt dann kann er gerecht mit seine rumwelt umgehen. um ordentlich und respektvoll durchs leben zu gehen muß ich mit mir selbst im reinen sein. dann habe ich auch keine probleme mit frauen oder männern, schwarzen oder weißen, reichen oder armen und muß nicht jeweils eine gruppe zur selbstdefinition meiner selbst nehmen.



3. Atropos: Nochmal zum Fightclub: Was fangen wir mit der Information an? Den Jungen ihren Spaß an spielerischen Kämpfen austreiben, damit sie sich als Erwachsene nicht die Gesichter zu Brei hauen oder den Mädchen das Kämpfen beibringen? verstehe ich nicht das du nicht mehr darin siehst.... also für mich war der film nachdem ich ihnd as dritte mal sah zum thema gewalt völlig nebensächlich. das ist doch garnicht das hauptthema... oder bin ich nur so verblendet????
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Beitragvon Atropos » 02.11.2007, 15:20

Wann ist der Mann ein Mann? Bitte nicht den Text von Grönemeier. :wink:



Ich sehe in dem Film schon hauptsächlich eine Gewaltorgie aber nicht nur; siehe Anfang des Themas. Seine Wut kann die Hauptperson nur dadurch kanalisieren, indem er sich erst mit anderen schlägt und sich schließlich selbst zerstört.
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Re: Fightclub

Beitragvon Chorge » 13.09.2012, 20:19

Er zerstört sich ja nicht selbst im Gegenteil (er zerstört sein zerstörerisches ICH) er selbst bleibt am Leben und ist den "Teufel" los.
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