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Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 21.04.2013, 13:36
von Atropos
Vor einiger Zeit sah ich einen Beitrag auf Phönix, in dem es um einen russischen Historiker ging, der die These vertrat, die Gründung der Kiewer Rus gehe auf Wikinger zurück. Die Kiewer Rus ist das Herzstück des zukünftigen slawischen Imperiums unter der Hegemonie der Russen und darum konnte nicht sein, was nicht sein durfte, denn Wikinger waren natürlich keine Slawen. Für diese Meinung ist der Wissenschaftler in den Gulag gegangen und im Elend gestorben. Dafür hat er meine Ehrerbietung. In unseren Tagen erhärtet sich die These. Oleg vom Stamme der Rus, ein Wikinger, brachte die wikingische Niederlassung an der sich heute Kiew befindet, auf Vordermann. Man wollte den Handel nach Osten, speziell mit Byzanz/Konstantinopel, forcieren. Damals hat man allerdings nicht erkannt, dass die Wikinger wahre Experten in Sachen Inneneinrichtung sind, das hat sich erst im 20. Jhd. durchgesetzt. :lol:

Aber jetzt kommt's: weitblickende Wikinger erkannten, dass nur die in der Welt Bestand haben würden, die sich einer der drei abrahamitischen Religionen anschließen würden, warum auch immer. Also trafen sie ihre Wahl. Das Judentum verwarfen sie, weil aus ihrer Sicht die Juden als Kämpfer versagt hatten, indem sie ihre wichtigste Stadt Jerusalem verloren. Aus. Den Islam verwarfen sie, weil ein striktes Alkoholverbot nie und nimmer in Frage gekommen wäre. Aus. :lol: :lol: :lol: Vielleicht ein Fehler, es war die aufstrebende Macht zu dieser Zeit. Also blieb nur das Christentum - bei Odin, nicht aus Überzeugung, sondern aus Machtkalkül. Prakmatiker durch und durch. Vielleicht hätten sie doch nochmal ihre Seherinnen befragen sollen.

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 08.05.2013, 08:27
von Thorhall Tyrmarson
Aber jetzt kommt's: weitblickende Wikinger erkannten, dass nur die in der Welt Bestand haben würden, die sich einer der drei abrahamitischen Religionen anschließen würden, warum auch immer. Also trafen sie ihre Wahl. Das Judentum verwarfen sie, weil aus ihrer Sicht die Juden als Kämpfer versagt hatten, indem sie ihre wichtigste Stadt Jerusalem verloren. Aus. Den Islam verwarfen sie, weil ein striktes Alkoholverbot nie und nimmer in Frage gekommen wäre. Aus. :lol: :lol: :lol: Vielleicht ein Fehler, es war die aufstrebende Macht zu dieser Zeit. Also blieb nur das Christentum - bei Odin, nicht aus Überzeugung, sondern aus Machtkalkül. Prakmatiker durch und durch. Vielleicht hätten sie doch nochmal ihre Seherinnen befragen sollen.


ja damals war es wohl zum überleben notwendig, dafür kann man es ja heute wieder verwerfen :twisted:
aber sie waren ja nicht die einzigen,

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 15.05.2013, 17:42
von Atropos
Zum Überleben notwendig ja, mich hat nur die Sache mit dem Alkoholverbot als Ausschlusskriterium so amüsiert.

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 15.05.2013, 20:17
von Thorhall Tyrmarson
warum amüsiert?
so etwas ist doch entsetzlich, denen würde ich auch nie im leben beitreten :twisted:

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 19.05.2013, 11:02
von Atropos
Amüsiert deswegen, weil es ein bißchen kindisch ist, bei einer so wichtigen Sache zu sagen: äh bäh, ich lass mir meinen Lutscher nicht wegnehmen! :lol: Ich bin überzeugt, dass sie damals auf's falsche Pferd gesetzt haben. Wie gesagt, der Islam war die aufstrebende Macht und die islamischen Herrscher waren DAMALS nicht so blöd, sich von der Religion in die Knie zwingen zu lassen. Im Gegenteil waren sie so geschickt nicht zu dulden, dass es neben ihnen zu religiösen Parallelherrscher kam, mit denen sie um die Macht ringen und sich evt. sogar beugen mussten. Und AUSSERDEM hat Mohammed nur den Wein und NICHT den Schnaps verboten. Ich glaube Bier auch nicht. Die Wikinger waren doch wohl selbstbewusst genug, um ein paar Sonderregelungen für sich auszuhandeln oder, ich denke wahrscheinlicher, eine eigene Fraktion zu bilden. Sei's drum, es kam anders.

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 21.05.2013, 09:03
von Thorhall Tyrmarson
soweit ich weiß steht im koran, dass man nichts zu sich nehmen soll was die sinne beeinträchtigt.
was dann wohl auch auslegungssache ist
allerdings sollen sie ja auch kein schweinefleisch essen da es unrein ist, was sich mit der erfindung des kühlschranks ja auch erledigt haben dürfte

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 21.05.2013, 18:55
von Atropos
Vier Koranverse befassen sich explizit mit dem Alkoholkonsum bzw. -verbot:
„Und (wir geben euch) von den Früchten der Palmen und Weinstöcke (zu trinken), woraus ihr euch einen Rauschtrank macht, und (außerdem) schönen Unterhalt. Darin liegt ein Zeichen für Leute, die Verstand haben.“
"Man fragt dich nach dem Wein und dem Losspiel. Sag: In ihnen liegt eine schwere Sünde. Und dabei sind sie für die Menschen (auch manchmal) von Nutzen. Die Sünde, die in ihnen liegt, ist aber größer als ihr Nutzen. Und man fragt dich, was man spenden soll. Sag: Den Überschuss (von dem, was ihr besitzt)! So macht Gott euch die Verse klar. Vielleicht würdet ihr nachdenken.“
„Ihr Gläubigen! Kommt nicht betrunken zum Gebet, ohne vorher (wieder zu euch gekommen zu sein und) zu wissen, was ihr sagt!“
„Ihr Gläubigen! Wein, das Losspiel, Opfersteine und Lospfeile sind (ein wahrer) Greuel und Teufelswerk. Meidet es! Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergeben.“

Obwohl der Koran für den Gläubigen wortwörtlich zu verstehen ist, haben natürlich jede Menge Gelehrte die Sache verschwurbelt. Tatsächlich war man der Meinung, dass Alkoholika aus Datteln, Stutenmilch und Korn (Schnappes) nicht unter das Verbot fallen. Mit Alkohol vermischte Getränke waren erlaubt, solange der Alkohol nicht überwiegt: Bowle, juhu! Im Laufe der Zeit hat man herausgearbeitet, dass mäßige Trinken zum Genuß sehr wohl erlaubt war, Sturzsaufen oder gewohnheitsmäßiges Trinken dagegen nicht. Am wichtigsten war, nicht breit wie ein Brett zum Gottesdienst zu erscheinen. Das werden wohl auch Christen missbilligt haben. Insgesamt wechselten sich Zeiten eines strengen Totalverbotes mit gemäßigten Ansichten ab. Die Winkinger hätten sich also nur mal ein bißchen umhören müssen und schon wäre die Sache klar gewesen.

Das mit dem Schweinefleisch ist so eine Sache. Das Schwein ist ein regelrechtes Ekel- und Hassobjekt geworden, was mit Hygiene überhaupt nichts mehr zu tun hat, das arme Tier. Besonders gesund ist es auch nicht (Nachteil), aber billig zu "produzieren" (Vorteil). Vielmehr dürfte es so sein, dass auch im mittleren Osten der Eber ein geheiligtes Opfertier war. Manche semitische Stämme hatten auch den Eber als Totem. Daher dürfte das Tabu eher stammen. Hier hat es der Islam wahrscheinlich genauso wie das Christentum gemacht: was früher heilig war, wurde mit irrationaler Vehemenz verteufelt.

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 21.05.2013, 19:38
von AWS
Liebe Atropos,

wenn ich nicht irre, liegt das Verbot mit dem Schweinefleisch doch in der Hygiene. Das Problem war eben darin zu sehen, dass das Schweinefleisch schnell verdorben ist und so ungenießbar wurde. Dann wäre es eine erste Regel für den Gesundheitsschutz, die in der Religion verankert ist.

Gesichert ist meine Ausage nicht, es steckt aber schon eine gewisse Logik darin, oder?

Re: Unsere Schlawiner

BeitragVerfasst: 23.06.2013, 21:29
von Atropos
Ja, das ist heute immernoch das rationale Mäntelchen. Dasselbe müsste dann aber auch für jede Sorte Fleisch gelten - mit Hühnerfleisch/Salmonellen oder einer Fischvergiftung könnte man ganze Stämme ausrotten. Trotzdem wurde es nicht verfemt. Auch Schweinefleisch konnte man konservieren (trocknen, salzen) oder gleich nach dem Schlachten aufessen. Dieser irrationale Ekel vor dem Tier ansich lässt sich mit Hygiene nicht mehr erklären. In Papua Neuguinea z.B. (Tropen, heiß, heiß, heiß) hielten die Menschen auch Schweine und dort waren sie so wertvoll als Fleischlieferanten, dass die Frauen sie säugten. Nochmal zum Verständnis: sie gaben den Ferkeln ihre Muttermilch, die den Kindern dann fehlte. Das andere Extrem.